Sonnenaktivität

Hintergrundinformation

Die Sonnenaktivität scheint zunehmend in den Fokus der seriösen Klimawissenschaft zu rücken und ist global wirksam. Durch die sich verändernden Erdbahnparameter, kommt es in unterschiedlichen Zyklen zu einer unterschiedlichen Verteilung der solaren Strahlungsenergie, selbst wenn die Sonnenaktivität als konstant angenommen würde. Diese Wechsel der Erdbahnparameter sind der primäre – aber nicht hinreichende – Grund für die großen Eiszeiten der jüngeren Erdgeschichte, dem Quartär (letzte 2,6 Millionen Jahre). Die hinreichenden Gründe für die Erklärung der großen Eiszeiten liegen in internen Rückkopplungsprozessen des Klimas selbst (z.B. sich ausbreitende Eisschilde durch Veränderungen der Verteilung der solaren Strahlung). Langfristig gesehen wird die Sonne in den nächsten 6 Milliarden Jahren immer heißer, bis sie sich schließlich zu einem roten Riesen aufbläht. Dies wird zweifelsohne einen klimatischen Effekt haben, da die Erdoberfläche bis dahin komplett verbrennen wird.

Die Sonne ändert aber auch in deutlich kürzeren Zeitmaßstäben von wenigen Jahrzehnten bis Jahrhunderten ihre tatsächliche Strahlungsmenge. So gibt es aktive und weniger aktive Phasen der Sonne. Bekannte Zyklen sind der 210-jährige De Vries-Zyklus oder der typische etwa 11-jährige Schwabezyklus. Kommt es zu mehreren schwachen Schwabezyklen in Folge, so spricht man von einem Grand Solar Minimum. Dies wird für dieses Jahrhundert mit einem Tiefpunkt um 2050 erwartet. In Phasen inaktiver Sonnenaktivität fehlen Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche. Wie bereits u.a. von 1645-1830 geschehen, waren die schwache Sonnenaktivität zusammen mit einer gestiegenen vulkanischen Aktivität Auslöser einer global kühleren Phase, die insbesondere in Nordamerika und Eurasien mit sehr kalten Wintern und kühlen, nassen Sommern zu großen Problemen führte. Sinkende Erträge in der Nahrungsproduktion, verkürzte Vegetationszeiten, kühl-nasse Sommer und eisige Winter führten zu  schweren Epidemien (Kleine Eiszeit). Wärmere Phasen wurden daher zurecht “Klimaoptimum” bezeichnet. Das mittelalterliche Klimaoptimum, als es noch 2 Grad wärmer war als heute, dient hierfür als Beispiel aus der klimatischen Geschichte. Durch die auffällige Ruhephase der Sonne seit 2006/8 befürchten Sonnenforscher nach dem modernen Sonnenmaximum von 1950 bis etwa 2000 in den nächsten Jahrzehnten eine erneute Kältephase in der Größenordnung eines Dalton- oder sogar Maunder-Minimums. Die Phase sehr geringer Sonnenaktivität während der kleinen Eiszeit lässt sich in 2 Subphasen gliedern: Die erste Subphase wird als Maunder-Minimum bezeichnet  (1645 – 1715). Die zweite Subphase ist als Dalton-Minimum bekannt (1790 – 1830). Die moderne Sonnenforschung erwartet ein neues Grand Solar Minimum mit dem Beginn des 25. Solarzyklus im Jahr 2020 / 2022. Bereits der aktuelle 24. Zyklus ist der schwächste seit über 100 Jahren.

Andere verneinen jedoch einen derart starken Effekt der Sonnenaktivität auf das Erdklima und halten eine neuerlich kalte Phase für unwahrscheinlich. Ihr Hauptargument ist es, dass eine Phase schwacher Sonnenaktivität den Klimaeffekt des weiter stark steigenden CO²-Gehaltes nicht stoppen oder gar umkehren könne. Im Gegensatz zu den schwachen Phasen gibt es aber auch sehr aktive Phasen, in denen viele Sonnenflecken gezählt und mit Augenschutz sogar mit bloßem Auge gesichtet werden können. Auch kommt es in solchen solaren Maxima, die meist mehrere besonders starke Zyklen in Folge umfassen, bis Deutschland und weiter südlich zur Sichtung von Polarlichtern, wie diverse Bildreihen aus dem Jahre 2003 zum Maximum des letzten solaren Zyklus Nummer 23 (Sunspot Cycle 23) und zum Ende des Modernen Sonnenmaximums belegen.

Im Blog folgen wir der Sonne unter der Kategorie “Sonnenaktivität” auf dem Weg in das neue Sonnenminimum. Interessante Links zum Thema “Sonnenaktivität” finden Sie unter der Rubrik “Links & Infos”.