Sektor

NRW

NRW bietet von hohen Mittelgebirgen bis zur niederrheinischen Tiefebene, einem tektonischen Senkungsgebiet, ein hohes Potential an landschaftlicher und klimatischer Abwechslung. Während die Temperaturen entlang des Rheins mit ca. 10 Grad im Jahresdurchschnitt die höchsten Werte erreichen, so liegen die Werte auf den Höhen bis zu 5 Grad tiefer. Das Klima ist stark ozeanisch geprägt und sorgt für ein überwiegend ausgeglichenes Temperaturniveau zwischen Winter und Sommer.


Winter in NRW

Im Winter lohnen Ausflüge in die verschneiten Mittelgebirge, während man am Niederrhein häufiger triste, nebelige und nasskalte Tage durchstehen muss. Die idealen Schneelagen für die Hochlagen NRWs sind NW-Strömungen mit einer Schneefallgrenze, welche dann häufig zwischen 300 und 500 Meter liegt. Während es im Tiefland grün bleibt, können in den höchsten Lagen von NRW, vorzugsweise im Hochsauerland, durchaus Schneehöhen von 50 bis 80, zeitweise über 100 cm erreicht werden. Ideale Schneelagen für die tiefen Regionen sind NO-Strömungen, in denen kleine Schneetiefs eingelagert sind. Sofern es im Warmsektor dieser Tiefs nicht zur Advektion zu milder Luftmassen von der Nordsee kommt, schneit es bis ins Tiefland. Schneehöhen, die dabei zusammenkommen, liegen meist unter 10 cm. Etwas häufiger Schnee findet man in Ostwestfalen, selten jedoch in Richtung Niederlande und Kölner Bucht. Ausnahmeschneehöhen bringen Luftmassengrenzen wie im Winter 2010/11. Damals kam es im Rheinland verbreitet zu Schneehöhen über 30-45 cm. Auch in NRW gibt es im Winterhalbjahr Inversionswetterlagen, bei denen es in den Mittelgebirgen deutlich milder als in den tiefen Regionen NRWs ist.


Sommer in NRW

Im Sommer lohnt die Gewitterfotografie vor allem in den weiten Niederungen im Westen und Norden NRWs. Ein gutes Straßennetz begünstigt dies. Typische Gewitterlagen bringen – nach längerer sommerlicher Hochdruckdominanz – Tiefausläufer vom Atlantik. Schwergewitterlagen stehen häufig im Zusammenhang mit einer SW-Strömung, bei der kältere Luftmassen vom Atlantik für längere Zeit auf schwülheiße Luftmassen aus dem Mittelmeerraum treffen. Nicht zu vernachlässigen sind topographisch bedingte Hitzegewitter über den Mittelgebirgen NRWs. NRW zählt zudem zu den windigen Bundesländern. Sturmtiefs treffen vor allem die Höhenlagen von NRW. In regelmäßigen Abständen kommt es hier zu Sturm- oder Orkanschäden.

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Bodenseeregion, Süddeutschland, Alpenraum & Norditalien

Der Bodensee, im Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Österreich gelegen, ist ein Relikt aus der Würm-Vergletscherung der Alpen. Der vorstoßende Rheingletscher formte dabei das heutige Bodensee – Zungenbecken in dem jetzt der Bodensee liegt. Die nahen Alpen sind ein relativ junges Deckengebirge aus der alpidischen Gebirgsbildung und gleichzeitig das höchste Gebirge Europas. Durch die klimatisch begünstigte Lage wird der Bodensee auch das “italienische Ende Deutschlands” bezeichnet – eine Region, mit dem Flair & Charme des Südens. Die Bodenseeregion ist durch kontinentales Klima geprägt. Die Temperaturunterschiede zwischen Winter und Sommer sind größer als in NRW.


Winter in der Bodenseeregion

Die Winter unmittelbar am Bodensee sind kälter als im NRW-Tiefland. Relativ zum Umland gesehen sind sie durch den Wärmespeicher Wasser aber recht mild mit vergleichsweise wenigen Frosttagen. In den Hochlagen der nahen Umgebung, besonders vom Schwarzwald über das Allgäu bis in die nördlichen Alpen, sind die Winter lange, hart und schneereich. Die Schneehöhe nimmt vom Bodensee mit der Höhenlage rasch zu. Hinzu kommen mit Annäherung an die Alpen deutlich erhöhte Niederschlagsmengen. Winterliche Starkschneefälle bringen häufig VB-Tiefs sowie NW- und N-Staulagen im Alpenumfeld. Schneehöhen über 50 cm sind keine Seltenheit. Nachts sind in Hochtälern über Schnee Fröste unter – 30 Grad möglich. Häufig kommt es auch zu Inversionswetterlagen in der Bodenseeregion. Dann liegt der See im tristen Dauergrau, während es in den Hochlagen ab 800 bis 1500 Meter meistens ideale Fernsicht und einen strahlend blauen Himmel über den verschneiten Berggipfeln gibt. Durch die Distanz zum Atlantik kommt es am Bodensee deutlich seltener zu Sturm- oder Orkanereignissen als in NRW. Häufigste Sturmlagen sind sommerliche Schwergewitter oder der bekannte warme und trockene Föhnsturm bzw. Orkan im Sommer sowie im Winter. Winterliche kleine Tiefdruckschnellläufer mit besonders südlicher Zugbahn, können aber auch in der Bodenseeregion zu schweren Stürmen führen.


Sommer in der Bodenseeregion

Die Sommer in der Bodenseeregion sind sehr mild. Durch die Nähe zum Mittelmeer- und Azorenhoch sind Hitzewellen am Bodensee häufiger und länger als in NRW weil die Wärme aus dem Mittelmeer den Bodensee schneller erreicht. Hinzu kommen ein geringerer atlantischer Einfluss und eine höhere Sonnenscheindauer als in NRW. Kommt es jedoch zu NW- oder N-Lagen, kann es durch den Staueffekt der Alpen auch längere Zeit regnen bei empfindlich kühlen Sommertemperaturen. Die Wetterwechsel können generell sehr rasch erfolgen. Nach Hitze und 35 Grad kann es am nächsten Tag Dauerregen und nur noch 10 Grad geben. Wetterwechsel sind im Sommer oft mit heftigen Gewittern verbunden, welche Sturm- und Orkanböen sowie starken Wellengang bringen können. Typische Gewitterlagen sind konvektive Gewitter über den nahen Alpen oder dem Voralpenland. Nicht selten kommt es dabei zu Hagelschlag der in Extremfällen ganze Landstriche entlaubt. Die Gewitter sind generell extremer als in NRW.
Bei Kaltlufteinbrüchen kann es schon im September auf 1000 Meter oder tiefer herab zum ersten Schnee kommen.